Mexico, die Metropole

Zwei Tage sind viel zu wenig, um auch nur einen Schimmer von dieser Stadt zu erfassen. Aber dort mehr Zeit zu verbringen, hätte uns, zumindest mich, komplett überfordert. Also mieten wir ein AirB&B im historischen Zentrum. Super! Günstig, gute Lage, so dass wir einige Sehenswürdigkeiten gut zu Fuß erreichen können, im IKEA-Stil nett eingerichtet, mit einer sehr freundlichen Concierge im Eingang des Hauses. Nebenan gibt es ein kleines Familienrestaurant, so groß wie unsere Garage, wo es sogar ein vegetarisches Gericht gibt: Nopal, Kaktusblätter – ohne Stacheln – mit Käse überbacken.

Die Kathedrale ist beeindruckend, wie Kathedralen so sind. Nebenan sieht man noch einige Ruinen des alten Aztekenheiligtums, des Templo Mayor.

Als die Spanier im 16. Jahrhunder hier ankamen, hieß die Stadt Tenochtitlán und lag auf einer Insel auf dem Texcoco-See. Die Stadt muss eine Art Venedig gewesen sein, denn einige der Hauptwege waren Wasserstraßen. Auch sonst wußten die Azteken die besondere Lage der Stadt nachhaltig zu nutzen und schufen so einen Lebensort für 300000 Menschen. Innerhalb von 2 Jahren zerstörten die europäischen Konquistadores die über zwei Jahrhunderte gewachsene Struktur, bauten aus den Steinen des alten Templo die Kathedrale und machten sich selbst zu den Herren und die ursprünglichen Bewohner zu Untergebenen.

ZWEI Jahre!

Heute dürfen die alten Traditionen als Touristenkitch wieder aufleben. Neben Tarokarten-Lesungen – die wir diesmal nicht in Anspruch genommen haben – werden rituelle Reinigungen von echten „Indianern“ angeboten.

(Man beachte das Aufgebot an Security-Leuten im Hintergrund)

Nach ersten Eindrücken und Einkäufen haben wir in unserem schicken Appartment so gut wie möglich ein Abendessen zubereitet. Wie gewohnt mit offenem Fenster zu schlafen, war allerdings nicht möglich. Die Stadt ist unfassbar laut und die Luft ist so schlecht, dass ich am ersten Abend glaubte, Erstickungsanfälle zu bekommen. Reiner Mindfuck natürlich. Schließlich leben hier mehr als 22 Millionenen Menschen – jahre-, ein ganzes Leben lang! Mache besser, andere schlechter.

Am zweiten Tag gaben uns Hop-on Hop-off- Busse Gelegeinheit, etwas von der Geschichte und vor allem den Ausdehnungen der Stadt zu erfassen. Fast den halben Tag haben wir in Coyoacan verbracht, dem Stadtteil, in dem Frida Kahlo aufgewachsen ist. Sehr gediegen, mit einem bunten Markt, guter Pizza und berühmten Eis.

Leider haben wir keine Karten für das Frida-Kahlo-Museum in ihrem Elternhaus bekommen, aber die Künstlerin ist hier all gegenwärtig.

Am Templo Mayor sprach mich am nächsten Tag ein Mann auf meine kleine Frida-Kahlo-Umhängetasche an. „Ich hoffe, ich werde eine Frau wie sie finden!“. „Da bin ich nicht so sicher“, dachte ich. Da ich aus aktuellem Anlass gerade ein Buch über sie lese, habe ich den Eindruck, sie war nicht nur intelligent und kreativ, sondern auch eine sehr willensstarke, kraftvolle und nicht zuletzt lustvolle Frau. Offensichtlich hat sie Männer geliebt – neben ihrer leidenschaftlichen Beziehung zu ihrem Ehemann, dem großen Maler Diego Rivera – und auch Frauen. Ob das dem braven Mann am Templo Mayor gefallen hätte?

1 Kommentar zu „Mexico, die Metropole

  1. Martin

    „Frida“ ist eine Filmbiografie aus dem Jahr 2002 mit Salma Hayek in der Titelrolle. Der unter der Regie von Julie Taymor entstandene Film zeichnet das Leben der mexikanischen Malerin Frida Kahlo nach. Tragende Rollen sind mit Alfred Molina, Antonio Banderas und Valeria Golino besetzt. {aus: Wikipedia}

    Ich habe disen Film 2 x gesehen – eine Empfehlung!

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